Wer plant, ein Gewerbegrundstück in München zu kaufen, trifft eine große, strategische Entscheidung in einem der stabilsten Immobilienmärkte Deutschlands. Klar, die Einstiegspreise sind hoch. Doch dafür sichern Sie sich einen Standort mit enormem Potenzial, erstklassiger Infrastruktur und einer Nachfrage, die einfach nicht abreißt. Das ist die Basis für eine langfristig rentable Investition.
Den Münchner Gewerbegrundstücksmarkt verstehen
Münchens Immobilienmarkt ist bekannt für zwei Dinge: Stabilität und hohe Nachfrage. Das macht ihn zu einem der teuersten, aber auch sichersten Pflaster für Investoren. Bevor Sie also aktiv auf die Suche gehen, ist ein tiefes Verständnis für die aktuelle Marktdynamik unerlässlich. Nur so können Sie realistische Ziele setzen und am Ende eine fundierte Entscheidung treffen.

Man muss München wie einen Mikrokosmos sehen – voller unterschiedlicher Lagen und Preissegmente. Die richtige Standortwahl hängt dabei komplett von Ihrer geplanten Nutzung ab. Ein Logistikzentrum hat völlig andere Anforderungen als ein Bürogebäude, eine Produktionsstätte oder ein Einzelhandelsgeschäft.
Preisentwicklung und aktuelle Marktlage
Lange Zeit kannten die Preise für Gewerbegrundstücke in München nur eine Richtung: nach oben. In letzter Zeit beobachten wir jedoch eine leichte Marktkorrektur, die durchaus neue Chancen für Käufer eröffnen kann. Wer jetzt die Zahlen genau analysiert, kann davon profitieren.
Die aktuellen Daten zeigen einen durchschnittlichen Angebotspreis für Grundstücke im Stadtgebiet von rund 2.764 Euro pro Quadratmeter. Schaut man genauer hin, wird es differenzierter: Im 4. Quartal 2024 lagen die Kaufpreise für Industrie- und Logistikgrundstücke zwischen 410 und 710 Euro pro Quadratmeter. Über die letzten 12 Monate sehen wir sogar einen Preisrückgang von -3,3 Prozent. Das deutet auf eine Normalisierung nach dem jahrelangen Boom hin. Trotzdem, und da sind sich die Experten einig, bleibt München die Stadt mit den höchsten Grundstückspreisen in ganz Deutschland.
Diese kleine Korrektur bedeutet nicht, dass Grundstücke plötzlich billig werden. Aber sie schafft ein Umfeld, in dem Verhandlungen wieder möglich sind – anders als noch vor ein paar Jahren.
Preisspannen für Gewerbegrundstücke in München
Ein schneller Überblick über typische Kaufpreise pro Quadratmeter für verschiedene Arten von Gewerbegrundstücken in München, um Ihnen eine erste Orientierung zu geben.
| Grundstücksart | Preisspanne pro m² (ca.) | Besonders geeignet für |
|---|---|---|
| Logistik/Produktion | 410 € – 710 € | Lagerhallen, produzierendes Gewerbe, Speditionen |
| Büro/Dienstleistung | 1.500 € – 3.500 €+ | Bürogebäude, Praxen, Kanzleien, Tech-Unternehmen |
| Handel (Retail) | 2.000 € – 5.000 €+ | Einzelhandelsflächen, Supermärkte, Fachmarktzentren |
| Gemischt genutzte Grundstücke | Abhängig von der Widmung | Projekte mit Wohn- und Gewerbeanteil |
Diese Zahlen sind natürlich nur Richtwerte. Die tatsächlichen Preise hängen immer von der genauen Mikrolage, der Bebaubarkeit und dem Erschließungsgrad ab.
Gefragte Lagen und ihre Besonderheiten
Die Attraktivität eines Stadtteils ist direkt an die Bedürfnisse Ihres Unternehmens geknüpft. Über die Jahre haben sich bestimmte Lagen als Hotspots für spezifische Branchen herauskristallisiert.
- Der Münchner Norden (z. B. Freimann, Moosach): Klassisch stark in Logistik und Produktion. Die direkte Anbindung an die Autobahnen A9 und A99 sowie die Nähe zum Flughafen machen diese Gebiete ideal für Unternehmen, die auf schnelle Transportwege angewiesen sind.
- Der Münchner Osten (z. B. Bogenhausen, Riem): Hier pulsiert das moderne Wirtschaftsleben mit Bürokomplexen und Tech-Unternehmen. Die Nähe zur Messe und die gute Anbindung an die Innenstadt ziehen vor allem Dienstleister an.
- Der Münchner Westen (z. B. Pasing, Allach): Ein spannender Mix aus etablierten Gewerbegebieten und neuen Entwicklungsflächen. Die Region profitiert von einer starken Infrastruktur und wachsender Bevölkerung, was sie auch für den Einzelhandel interessant macht.
- Zentrale Lagen (z. B. Schwabing, Ludwigsvorstadt): Hier geht es meist um repräsentative Büro- oder Praxisflächen. Freie Grundstücke sind hier eine absolute Rarität und dementsprechend teuer.
Die Standortwahl ist am Ende immer ein Kompromiss aus Preis, Erreichbarkeit und dem Potenzial des Umfelds. Ein aufstrebendes Viertel kann langfristig eine deutlich höhere Wertsteigerung bringen als eine etablierte Top-Lage, in der nicht mehr viel passiert.
Schlüsselfaktoren, die den Wert bestimmen
Abseits der reinen Lage gibt es eine ganze Reihe technischer und rechtlicher Faktoren, die den Wert eines Gewerbegrundstücks massiv beeinflussen. Diese Punkte sollten Sie so früh wie möglich auf dem Schirm haben, um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Ganz oben auf der Liste steht die Bebaubarkeit. Geregelt wird diese durch den Bebauungsplan (B-Plan) der Stadt München. Kennzahlen wie die Grundflächenzahl (GRZ) und die Geschossflächenzahl (GFZ) geben knallhart vor, wie viel Fläche Sie bebauen und wie hoch Sie in die Luft gehen dürfen.
Genauso wichtig: der Erschließungszustand. Ein voll erschlossenes Grundstück, das bereits an Wasser, Kanal, Strom und im besten Fall Glasfaser angeschlossen ist, spart Ihnen immense Kosten und vor allem Zeit. Bei unerschlossenen Grundstücken drohen oft hohe nachträgliche Erschließungsbeiträge.
Und schließlich die Bodenbeschaffenheit. Gibt es Altlasten aus einer früheren industriellen Nutzung? Ein Bodengutachten ist hier keine Kür, sondern Pflicht. Es ist eine der wichtigsten Investitionen, um teure Überraschungen bei der Fundamentierung oder gar einer nötigen Sanierung zu vermeiden. Werfen Sie einen Blick in unser Portfolio, um ein Gefühl für die Vielfalt der Gewerbeimmobilien in München zu erhalten.
Eine effektive Standortanalyse im Stadtgebiet durchführen
Wer ein Gewerbegrundstück in München sucht, darf einen entscheidenden Fehler nicht machen: einfach Portale durchforsten und auf das Beste hoffen. Das Rennen gewinnt, wer strategisch vorgeht. Bevor Sie auch nur eine Anzeige ansehen, müssen Sie glasklar definieren, was Ihr Unternehmen wirklich braucht. Das erspart Ihnen wochenlange Besichtigungen von Grundstücken, die von Anfang an unpassend waren.
Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Was ist für Ihr Geschäftsmodell absolut unverzichtbar? Geht es um maximale Sichtbarkeit für Kunden, eine perfekte Anbindung an die Autobahn für Ihre Logistik oder die Nähe zu bestimmten Fachkräften und Universitäten?
Makro-Analyse: Die richtigen Stadtteile eingrenzen
Sobald Ihr Anforderungsprofil steht, beginnt die grobe Rasterfahndung – die Makro-Analyse. Sie grenzen die Münchner Stadtteile ein, die überhaupt infrage kommen. Jeder Bezirk hat seine eigene DNA, seine Vor- und Nachteile, die über Erfolg oder Misserfolg Ihres Vorhabens entscheiden können.
- Logistik & Produktion: Stadtteile wie Freimann oder Allach sind hier die Platzhirsche. Warum? Etablierte Gewerbegebiete mit direkter Anbindung an die A9, A99 und A8. Die gesamte Infrastruktur ist auf Schwerlastverkehr ausgelegt – ideal für Speditionen oder produzierende Betriebe.
- Technologie & Dienstleistung: Bezirke wie Bogenhausen oder das dynamische Werksviertel im Osten sind Magneten für innovative Firmen. Hier finden Sie nicht nur moderne Infrastruktur, sondern auch eine hohe Dichte an potenziellen Partnern und eine Top-Anbindung an den ÖPNV. Ein unschätzbarer Vorteil im Wettbewerb um die besten Köpfe.
- Handel & Kundenverkehr: Standorte mit hoher Frequenz wie in Pasing oder aufstrebenden Quartieren in Laim sind für den Einzelhandel prädestiniert. Hier zählen Sichtbarkeit und Erreichbarkeit für den Endkunden. Wenn das Ihr Metier ist, finden Sie in unserem Beitrag über Ladenflächen in München noch mehr praxisnahe Tipps.
Ein typischer Fehler, den wir oft beobachten: Die alleinige Konzentration auf die bekannten, großen Gewerbegebiete. Wer genauer hinschaut, findet oft an der Peripherie dieser Zonen oder in neu entwickelten Quartieren das deutlich bessere Preis-Leistungs-Verhältnis und echtes Wachstumspotenzial.
Mikro-Analyse: Das direkte Umfeld bewerten
Sie haben ein, zwei vielversprechende Stadtteile im Visier? Perfekt. Jetzt geht es in die Detailarbeit, die sogenannte Mikro-Analyse. Nun nehmen Sie das Grundstück und sein unmittelbares Umfeld unter die Lupe.
Stellen wir uns ein mittelständisches IT-Unternehmen vor, das eine Fläche für den neuen Firmensitz sucht. Nach der Makro-Analyse fiel die Wahl auf den Münchner Osten. Ein potenzielles Grundstück in Zamdorf steht zur Debatte. Die Mikro-Analyse würde jetzt diese Fragen klären:
- Direkte Nachbarschaft: Sitzen hier andere Tech-Unternehmen, mit denen man sich vernetzen kann? Das wäre ein Pluspunkt. Oder gibt es direkt nebenan produzierendes Gewerbe mit Lärmemissionen, die Meetings stören könnten?
- Verkehrsanbindung im Detail: Wie viele Gehminuten sind es wirklich zur nächsten S-Bahn? Gibt es ausreichend Parkplätze für Mitarbeiter und Kunden – oder droht hier täglicher Frust? Ist die Zufahrt für gelegentliche Lieferungen einfach oder ein Nadelöhr?
- Infrastruktur vor Ort: Gibt es fußläufig Restaurants für die Mittagspause? Sind Kitas oder Schulen in der Nähe? Das sind heute entscheidende Faktoren, um einen Standort für Mitarbeiter mit Familien attraktiv zu machen.
- Zukünftige Entwicklung: Ein Blick in den Bebauungsplan (B-Plan) ist jetzt Pflicht! Was plant die Stadt für die Nachbarparzellen? Wird eine neue Umgehungsstraße gebaut oder ein Wohngebiet ausgewiesen? Diese Entwicklungen können den Wert und die Nutzbarkeit Ihres Grundstücks massiv beeinflussen – im Guten wie im Schlechten.
Die Bedeutung von Off-Market-Deals
Gerade in einem so engen Markt wie München laufen die besten Deals oft unter der Hand ab. Ein erheblicher Teil der Top-Grundstücke taucht niemals auf öffentlichen Portalen auf. Das sind die sogenannten Off-Market-Deals.
Der Zugang zu diesen exklusiven Angeboten führt fast immer über ein exzellentes, über Jahre gewachsenes Netzwerk. Ein lokal verwurzelter Makler wie Immobilien Barretta + Co pflegt seit Jahrzehnten Kontakte zu Eigentümern, Projektentwicklern und den entscheidenden Personen in den Planungsämtern. Wir erfahren von Verkaufsabsichten oft, lange bevor sie offiziell werden. Genau dieser Informationsvorsprung kann Ihnen den entscheidenden Vorteil verschaffen, um das perfekte Gewerbegrundstück zu sichern, bevor der Wettbewerb überhaupt davon Wind bekommt.
Baurecht und Bauleitplanung: Wo Ihr Projekt wirklich entschieden wird
Ein Grundstück in München zu finden, ist die eine Hälfte der Reise. Die andere, oft entscheidendere Hälfte ist, herauszufinden, was Sie darauf überhaupt bauen dürfen. Der reine Kaufpreis sagt wenig über den wahren Wert aus – dieser wird erst durch das Baurecht definiert. Genau hier lauern die teuersten Fehler.
Wer die Dokumente der städtischen Bauleitplanung ignoriert, kauft im schlimmsten Fall eine wertlose Fläche. Ihr gesamtes Projekt steht und fällt mit den Vorgaben, die die Stadt München für das Areal festgelegt hat. Eine sorgfältige Prüfung ist deshalb keine Option, sondern eine absolute Notwendigkeit, bevor Sie auch nur an eine Unterschrift denken.
Den Bebauungsplan korrekt entschlüsseln
Das wichtigste Dokument für Ihr Vorhaben ist der Bebauungsplan, kurz B-Plan. Er ist quasi das Gesetzbuch für Ihr Grundstück und legt detailliert fest, was erlaubt ist und was nicht. Statt sich von der juristischen Sprache abschrecken zu lassen, sollten Sie sich auf die Kennzahlen konzentrieren, die Ihr Projekt direkt beeinflussen.
Zwei Zahlen sind dabei von zentraler Bedeutung:
- Grundflächenzahl (GRZ): Sie gibt an, wie viel Prozent der Grundstücksfläche überbaut werden darf. Eine GRZ von 0,4 auf einem 1.000 m² großen Grundstück bedeutet, dass die Grundfläche Ihres Gebäudes maximal 400 m² betragen darf.
- Geschossflächenzahl (GFZ): Diese Zahl definiert die maximal zulässige Gesamtfläche aller Vollgeschosse im Verhältnis zur Grundstücksgröße. Bei einer GFZ von 1,2 auf demselben 1.000 m² Grundstück dürfen Sie insgesamt 1.200 m² Geschossfläche errichten.
Diese beiden Werte bestimmen die Kubatur und damit die Wirtschaftlichkeit Ihres gesamten Bauvorhabens. Ein scheinbar günstiges Grundstück mit einer sehr niedrigen GRZ und GFZ kann sich schnell als unrentabel erweisen.
Ein erfahrener Makler sagte einmal: „Die meisten Käufer verlieben sich in die Lage, aber das Geld wird mit den Kennzahlen verdient – oder verloren.“ Prüfen Sie die Bebaubarkeit mit derselben Intensität, mit der Sie die Anbindung an die Autobahn prüfen.
Wo Sie die entscheidenden Informationen finden
Die Bauleitpläne sind keine geheimen Dokumente. Sie sind öffentlich zugänglich, damit Sie sich ein klares Bild machen können. Der erste Anlaufpunkt ist das Planungsreferat der Landeshauptstadt München. Viele Bebauungspläne sind mittlerweile auch online über das Geodatenportal der Stadt einsehbar.
Die folgende Konzeptkarte zeigt den grundsätzlichen Analyseprozess, der von der Definition Ihrer Anforderungen bis zur detaillierten Prüfung der Mikro-Lage reicht.

Die Visualisierung macht klar: Eine erfolgreiche Standortsuche ist ein strukturierter Prozess, bei dem die baurechtliche Prüfung (Teil der Mikro-Analyse) eine entscheidende Hürde darstellt.
Einen weiteren Anhaltspunkt geben die Bodenrichtwerte, die eng mit der Bebaubarkeit verknüpft sind. In München variieren diese stark: Während Grundstücke für Mehrfamilienhäuser in guten City-Lagen 13.500 Euro pro m² erreichen können, liegen die Preise für reine Industrie- und Logistikflächen im Stadtgebiet Ende 2024 bei 410 bis 710 Euro pro m². Mit einem durchschnittlichen Bodenrichtwert von 2.000 Euro pro m² ist München die teuerste kreisfreie Stadt in ganz Bayern. Mehr Details zu den Bodenrichtwerten und ihrer Zusammensetzung finden Sie auf glaser-immobilienberatung.de.
Den Erschließungsstatus prüfen und Kostenfallen umgehen
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Erschließung. Ein unerschlossenes Grundstück mag auf den ersten Blick günstig erscheinen, doch die nachträglichen Kosten können explodieren. Sie müssen sicherstellen, dass alle nötigen Anschlüsse vorhanden oder zumindest problemlos realisierbar sind.
Erstellen Sie eine Checkliste, um den Status systematisch zu prüfen:
| Anschlussart | Was ist zu prüfen? | Mögliche Kostenfalle |
|---|---|---|
| Wasser/Abwasser | Ist ein Anschluss an das städtische Kanalnetz vorhanden? | Hohe Anschlussgebühren, eventuell ist der Bau einer eigenen Kleinkläranlage nötig. |
| Strom | Liegt ein ausreichend dimensionierter Stromanschluss am Grundstück? | Kosten für die Verlegung neuer Leitungen und den Bau einer Trafostation. |
| Telekommunikation | Ist ein Glasfaseranschluss verfügbar? | Mangelnde Bandbreite kann für viele Gewerbe ein K.o.-Kriterium sein. |
| Zufahrt | Ist die verkehrstechnische Erschließung (Straße) gesichert? | Mögliche Kostenbeteiligung an Straßenbaumaßnahmen der Gemeinde. |
Stellen Sie dem Verkäufer oder Makler konkrete Fragen und fordern Sie Nachweise an. Ein Anruf bei den zuständigen Stadtwerken oder der Netzgesellschaft kann ebenfalls Klarheit schaffen. Diese sorgfältige Vorarbeit schützt Sie vor bösen Überraschungen und stellt sicher, dass Ihr Projekt nicht an unvorhergesehenen Infrastrukturkosten scheitert, wenn Sie ein Gewerbegrundstück in München kaufen.
Eine solide Finanzierung und Kostenplanung aufstellen
Wer ein Gewerbegrundstück in München kauft, weiß: Der Preis auf dem Exposé ist nur der Anfang. Wer hier zu optimistisch rechnet und die Nebenkosten unterschätzt, bringt das ganze Projekt in Gefahr, bevor der erste Bagger rollt. Eine lückenlose Kostenplanung ist deshalb kein optionales Extra, sondern das Fundament Ihrer Investition.
Die Wahrheit ist: Zu den reinen Grundstückskosten kommt immer noch ein ordentlicher Batzen an Erwerbsnebenkosten obendrauf. Diese machen schnell 10–15 % des Kaufpreises aus – Geld, das Banken in der Regel als Eigenkapital erwarten.
Die versteckten Kostenpunkte aufdecken
Jeder Kauf ist anders, doch einige Kostenpunkte sind quasi gesetzt. Nur wer sie alle kennt, kann seinen Kapitalbedarf realistisch ermitteln und vermeidet böse Überraschungen nach der Vertragsunterzeichnung.
Rechnen Sie beim Kauf eines Gewerbegrundstücks in München fest mit diesen Nebenkosten:
- Grunderwerbsteuer: In Bayern liegt diese aktuell bei 3,5 % des notariell beurkundeten Kaufpreises. Bei einem 2-Millionen-Euro-Grundstück sind das allein schon 70.000 Euro.
- Notar- und Grundbuchgebühren: Für Vertrag und Eintragung fallen Kosten an, die sich ebenfalls am Kaufpreis orientieren. Planen Sie hierfür ca. 1,5 % bis 2,0 % ein.
- Maklerprovision: Ist ein Makler wie wir im Spiel, wird eine Provision fällig. Die Höhe ist Verhandlungssache, liegt aber meist zwischen 3 % und 6 % des Kaufpreises (zzgl. MwSt.).
- Kosten für Gutachten: Ein Bodengutachten ist Pflicht, kein Kür. Es prüft auf Altlasten und Tragfähigkeit und kann je nach Umfang mehrere Tausend Euro kosten.
- Erschließungskosten: Ist das Grundstück noch nicht oder nur teilweise erschlossen? Dann kommen erhebliche Kosten für den Anschluss an Kanal, Wasser, Strom und Telekommunikation auf Sie zu.
Je nach Lage und Zustand des Grundstücks können noch Vermessungskosten oder Gebühren für Genehmigungen hinzukommen.
Ihre Finanzierungsstrategie entwickeln
Mit einer kompletten Kostenliste im Gepäck geht es an den nächsten Schritt: die Finanzierung. Und hier ticken die Uhren anders. Banken prüfen gewerbliche Finanzierungen deutlich kritischer als den privaten Hauskauf. Ihr oberstes Ziel ist die Risikominimierung.
Drei Punkte stehen bei jeder Bank im Fokus:
- Ein überzeugendes Geschäftskonzept: Sie müssen glasklar darlegen können, wie Sie mit dem Grundstück und dem geplanten Bauvorhaben nachhaltig Geld verdienen werden.
- Ausreichend Eigenkapital: Eine Quote von 20 % bis 30 % der Gesamtkosten ist bei Gewerbeprojekten der Standard. Das signalisiert der Bank, dass Sie selbst an Ihr Projekt glauben und finanziell solide aufgestellt sind.
- Ihre Bonität und Erfahrung: Eine saubere unternehmerische Bilanz, stabile Cashflows und idealerweise Erfahrung mit ähnlichen Immobilienprojekten sind hier Gold wert.
Ein sauber ausgearbeiteter Businessplan ist oft der Türöffner für eine Finanzierungszusage. Er muss mehr sein als eine reine Bau- und Kostenaufstellung. Zeigen Sie der Bank die komplette Vision: von der zukünftigen Nutzung bis zur detaillierten Rentabilitätsprognose. Das beweist, dass Sie nicht nur ein Stück Land kaufen, sondern eine durchdachte unternehmerische Strategie verfolgen.
Förderprogramme als finanziellen Hebel nutzen
Gerade in einem teuren Pflaster wie München wäre es fahrlässig, staatliche Förderungen links liegen zu lassen. Sie können die Konditionen Ihrer Finanzierung spürbar verbessern.
Zwei Adressen sind hier besonders wichtig:
- KfW-Bankengruppe (Kreditanstalt für Wiederaufbau): Die KfW hat zahlreiche Programme für Unternehmen im Portfolio. Besonders interessant sind Kredite für energieeffizientes Bauen oder den Einsatz erneuerbarer Energien. Oft winken hier extrem niedrige Zinsen und sogar Tilgungszuschüsse.
- LfA Förderbank Bayern: Als bayerisches Pendant zur KfW bietet die LfA spezielle Programme für Gründer und den Mittelstand in Bayern. Ihre zinsgünstigen Darlehen lassen sich hervorragend mit dem Kredit Ihrer Hausbank kombinieren.
Ja, die Recherche nach den passenden Töpfen kostet Zeit. Aber der Aufwand lohnt sich. Sprechen Sie auch Ihren Bankberater aktiv darauf an. Gute Berater kennen die aktuellen Programme und helfen bei der Antragstellung, um Ihre Finanzierungsstruktur für den Grundstückskauf in München optimal aufzustellen.
Den Kaufprozess erfolgreich abschließen
Die Finanzierung steht, das perfekte Gewerbegrundstück in München ist gefunden – jetzt geht es ans Eingemachte. In dieser finalen Phase sichern Sie Ihre Interessen, handeln einen wasserdichten Vertrag aus und bringen den Kauf formal über die Bühne. Wer hier strukturiert vorgeht, vermeidet teure Fehler auf den letzten Metern.

Der Abschluss eines Grundstückskaufs ist weit mehr als nur eine Unterschrift. Es ist ein formalisierter Prozess, bei dem jedes Detail zählt und handfeste rechtliche Konsequenzen hat.
Die Kunst der Verhandlung
Bevor der Notar überhaupt ins Spiel kommt, steht die Preisverhandlung an. Ihre beste Grundlage dafür sind Fakten, keine Emotionen. Haben Sie bei Ihrer Due Diligence Schwachstellen aufgedeckt? Ein unerwartetes Bodengutachten, das Altlasten vermuten lässt, oder eine kostspielige Erschließung sind knallharte Argumente, um den Kaufpreis zu Ihren Gunsten anzupassen.
Eine professionelle Bewertung, die den realen Marktwert und die Besonderheiten des Grundstücks einbezieht, ist Ihr stärkstes Werkzeug. Seien Sie bereit, Ihr Angebot klar zu begründen, aber bleiben Sie gleichzeitig offen für einen fairen Kompromiss.
Den Kaufvertragsentwurf kritisch prüfen
Sobald eine Einigung steht, beauftragt in der Regel der Verkäufer einen Notar mit der Erstellung des Kaufvertragsentwurfs. Dieses Dokument sollten Sie niemals einfach nur abnicken. Obwohl der Notar eine neutrale Instanz ist, schützt der Entwurf nicht automatisch vor ungünstigen Klauseln.
Lassen Sie das Dokument idealerweise von einem Fachanwalt für Baurecht gegenlesen. Ein besonderes Augenmerk gehört auf diese Punkte:
- Regelungen zu Altlasten und Sachmängeln: Wer trägt das Risiko und die Kosten, falls im Boden unschöne Überraschungen lauern? Eine glasklare Zuweisung ist hier essenziell.
- Auflassungsvormerkung: Das ist Ihre Versicherung im Grundbuch. Sie sichert Ihren Anspruch auf das Eigentum und schützt Sie davor, dass der Verkäufer das Grundstück plötzlich an jemand anderen verkauft.
- Nutzen-Lasten-Wechsel: Ab wann gehen alle Rechte (z. B. Mieteinnahmen) und Pflichten (z. B. Grundsteuer) auf Sie über? Üblich ist der Tag der vollständigen Kaufpreiszahlung.
- Fälligkeit des Kaufpreises: Die Bedingungen für die Zahlung müssen präzise formuliert und an die Eintragung der Auflassungsvormerkung gekoppelt sein.
Ein gut verhandelter Kaufvertrag ist wie ein solides Fundament für Ihr Bauprojekt. Er schafft Klarheit, minimiert Risiken und sorgt dafür, dass es nach dem Kauf keine kostspieligen Auseinandersetzungen gibt. Sparen Sie hier nicht an anwaltlicher Beratung – es zahlt sich aus.
Der Notartermin und die finale Abwicklung
Der Notartermin ist der formale Höhepunkt des gesamten Prozesses. Hier wird der Vertrag von A bis Z laut vorgelesen, letzte Fragen werden geklärt und beide Parteien unterschreiben. Obwohl in anderen Bereichen eine rechtsgültige digitale Signatur Prozesse beschleunigen kann, ist beim Notartermin Ihre persönliche Anwesenheit entscheidend.
Nach der Beurkundung leitet der Notar alles Weitere in die Wege:
- Eintragung der Auflassungsvormerkung: Ihr Anspruch wird im Grundbuch gesichert.
- Mitteilung an das Finanzamt: Die Grunderwerbsteuer wird fällig – planen Sie diese Zahlung fest ein.
- Anforderung der Kaufpreiszahlung: Sobald alle vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind, erhalten Sie vom Notar die Zahlungsaufforderung.
Nachdem der Kaufpreis auf dem Konto des Verkäufers eingegangen ist, folgt die offizielle Übergabe des Grundstücks. Der letzte Schritt ist dann die endgültige Eigentumsumschreibung im Grundbuch. Erst dann sind Sie auch rechtlich der neue Eigentümer. Dieser finale Akt kann einige Wochen bis Monate in Anspruch nehmen. Die Vielfalt an Grundstücken ist groß – einen Eindruck von den Möglichkeiten vermitteln die aktuellen Immobilienangebote in München.
Fragen aus der Praxis: Was Sie wissen müssen
Der Kauf eines Gewerbegrundstücks in München ist keine alltägliche Sache. Da tauchen verständlicherweise viele Fragen auf. Wir haben die häufigsten gesammelt und geben Ihnen kurze, klare Antworten – direkt aus unserer über 40-jährigen Erfahrung.
Welche Unterlagen brauche ich für den Kauf?
Im Grunde sind es drei Dinge: Ihren Personalausweis, Ihre Steuer-ID und – ganz wichtig – die Finanzierungsbestätigung Ihrer Bank. Gerade in einem so umkämpften Markt wie München zeigt dieses Dokument dem Verkäufer, dass Sie es ernst meinen und handlungsfähig sind. Das ist oft der entscheidende Vorteil.
Wenn eine GmbH oder eine andere Gesellschaft kauft, kommen noch der aktuelle Handelsregisterauszug und die Gesellschafterliste dazu. Keine Sorge, der Notar schickt Ihnen vor dem Termin immer eine exakte Liste, damit nichts vergessen wird.
Was sind die größten Risiken in München?
Ganz klar: Versteckte Kosten. Dazu gehören vor allem drei Dinge:
- Altlasten: Unerkannte Verunreinigungen im Boden durch frühere gewerbliche Nutzung.
- Baurecht: Der Bebauungsplan lässt Ihr Vorhaben plötzlich doch nicht zu.
- Erschließung: Die Kosten für Straßen, Kanal und Leitungen sind deutlich höher als gedacht.
Besonders in einer Stadt mit so langer Industriegeschichte wie München ist das Thema Altlasten ein echtes Risiko, das Sie nicht unterschätzen dürfen.
Unser Tipp aus der Praxis: Eine professionelle Due Diligence ist Ihr bester Schutz. Das heißt konkret: Ein Bodengutachten in Auftrag geben und den Bebauungsplan bis ins kleinste Detail prüfen lassen. Nur so machen Sie aus vagen Annahmen handfeste Fakten.
Wie lange dauert der ganze Prozess typischerweise?
Die Suche nach dem passenden Grundstück kann schnell gehen, aber auch Monate dauern. Das hängt stark von Ihren Anforderungen ab.
Sobald Sie sich mit dem Verkäufer einig sind, wird es konkret. Vom Notartermin bis zur Zahlung des Kaufpreises und der Schlüsselübergabe vergehen in der Regel vier bis acht Wochen.
Die finale Umschreibung im Grundbuch kann sich zwar noch etwas ziehen, aber das Wichtigste ist die Auflassungsvormerkung. Sie wird direkt nach dem Notartermin eingetragen und sichert Ihnen das Grundstück rechtlich zu. Ab diesem Moment kann nichts mehr schiefgehen.
Ein Bodengutachten – lohnt sich das wirklich immer?
Kurz gesagt: Ja. Bei Gewerbegrundstücken ist es keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Das Gutachten klärt die Tragfähigkeit des Bodens und, noch wichtiger, ob es Kontaminationen gibt.
Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein Grundstück und müssen später für sechsstellige Beträge den Boden sanieren. Die Kosten für ein Gutachten sind im Vergleich dazu minimal. Es gibt Ihnen Sicherheit und eine starke Verhandlungsposition, falls doch etwas gefunden wird.
Wie geht es am Markt für Gewerbegrundstücke weiter?
Der Münchner Markt bleibt stabil und gefragt. Die Leerstandsquote bei Büroimmobilien ist mit ca. 1,1 Prozent extrem niedrig, was die Mieten stützt. Vor allem Logistik- und Produktionsfirmen suchen händeringend Flächen bis 3.000 m², hier sind Mietsteigerungen von 2-4 Prozent realistisch.
Moderne, nachhaltige Konzepte, wie man sie im Werksviertel sieht, treiben die Nachfrage an. Weil Grundstücke in der Stadt knapp sind, rücken Standorte im Umland wie Pullach (ca. 2.924 €/m²) oder Karlsfeld (ca. 1.865 €/m²) immer stärker in den Fokus. Mehr Details dazu finden Sie in der aktuellen Immobilienpreis-Prognose für München auf fischer-immobilien-muenchen.de.
Ein erfolgreicher Grundstückskauf in München steht und fällt mit lokaler Expertise. Immobilien Barretta + Co begleitet Sie persönlich und kompetent durch den gesamten Prozess, von der ersten Analyse bis zum Notartermin. Sprechen Sie uns an – nutzen Sie über 40 Jahre Erfahrung für Ihr Projekt.
